Ich verstehe Dich nicht

"Ich verstehe noch immer nicht warum Du das machst"

 

Seit einigen Tagen treibt mich etwas um. Eine Mail die ich bekommen habe, als Antwort auf die Bitte einen Artikel zu teilen. Ein Auszug davon war „….. ich weiß nicht warum du Footpath of Life machst, Du hast Gründe die Du mir nicht erklären musst“.

Das ist nicht das erste Mal. Ich weiß nicht warum du es machst, ich kann es nicht nachvollziehen. …. Usw.

Ganz ehrlich, eine solche Aussage trifft mich sehr, wieder und wieder und immer wieder. Es trifft mich deshalb, weil ich nicht weiß ob ich zu blöd bin mich auszudrücken oder ob es dem Rest der Welt an Empathie fehlt sich vorzustellen, dass es jemanden gibt,

  • der sich nicht damit abfinden will, dass der eigene Kerl sich das Leben nimmt und nach einer Schockminute wieder weiter macht, als ob nichts gewesen wäre.
  • Dass es mir nicht egal ist, dass ich über viele Monate hinweg davor gewarnt habe, dass sich Jürgen das Leben nehmen wird und es niemanden interessiert hat und jeder von uns machtlos und manche auch einfach nur desinteressiert waren.
  • Dass es jemanden gibt, für den es nicht der erste Suizid im Leben war und nicht länger mehr zusehen möchte, dass sich Menschen aus manchmal nichtigen Gründen umbringen.
  • Dass es jemanden gibt, der sich nicht der Allgemeinheit anschließt und denkt, dass alles wieder gut wird, wenn ich es einfach wegpacke.

 

Nur weil Du es weg gepackt hast, ist es nicht gut oder gar vorbei

Die Menschen, die selber jemanden durch einen Suizid verloren haben und heute 20 Jahre danach noch in Tränen ausbrechen, die nicht in der Lage sind darüber zu sprechen, die darauf verweisen, dass Wunden nicht aufgerissen werden sollen, die nicht den Willen haben ihre Stimme für das Leben zu erheben, weil die Gedanken an einen Suizid in eine psychische Sackgasse führen, diese Menschen treiben mich an.

 

Ich muss akzeptieren, dass ihr so seid und so handelt, weil ihr nicht anders könnt, weil es euch fertig macht. Aber ihr seid auch der Grund, warum ich Footpath mache. Ich bin einer von Euch und die Gedanken an das Erlebte bringen mich manchmal um. Aber ich betrachte es nicht als gelungene Verarbeitung das Grausame einfach wegzuschließen, weil es nicht weggeschlossen werden kann. Weil es immer wieder hochkommt und keiner etwas von uns dagegen tun kann, da können wir die Augen noch so fest verschließen. Das Thema ist präsent und nicht nur weil ich darüber schreibe, sondern weil fast täglich ein Fall in den Zeitungen steht usw.

 

Das Einzige was ich tun kann, ist meine kleine Welt um mich rum zu verändern und versuchen irgendwie dazu beizutragen, dass Menschen Hilfe bekommen und andere die Zeichen sehen und ich vorführe, dass es auch anders geht.

Indem ich,

  • der seinen Freund durch einen Suizid verloren hat,
  • der sich am selbst das Leben nehmen wollte und in letzter Minute gerettet wurde,
  • der seit Jahren an Depressionen leidet,
  • der Unmengen an Medikamenten fressen musste,
  • der nicht reich ist,
  • der keine Besitztümer und nichts hat,
  • der so große Angst vor der Einsamkeit hat und schon deshalb manchmal lieber sterben möchte als so weiter leben zu müssen,
  • der einen riesen Schiss davor hat zu scheitern,
  • der fast am Stock geht, weil ich Angst habe es nicht geregelt zu bekommen bis in Elf Monaten,
  • der von keinem einzigen Menschen oder Freund mit einem freiwilligen Hilfsangebot für Footpath of Life unterstützt wird (mit ein zwei Ausnahmen),
  • der aktiven Support nur dann erfährt, wenn er ihn knallhart einfordert,
  • der ansonsten mit allem was dieses Projekt angeht mutterseelenallein gelassen wird.

 

Wenn so einer wie ich es schafft, diesen Weg anzutreten, um zu beweisen, dass alles möglich ist, egal welche Steine man Dir in den Weg wirft, egal wie dunkel und perspektivlos es ist im Moment, egal wie groß und wie unglaublich Deine Idee auch sein mag – wenn so einer wie ich es schafft, das alles auf den Weg zu bringen und umzusetzen und zu vollenden, dann kann jeder andere noch viel weniger erreichen und es könnte ein kleines Licht im Leben eines Menschen sein, der schon nicht mehr an sich oder eine Zukunft oder eine Idee geglaubt hat.

 

 

Ich will etwas verändern und wenn es auch noch so wenig oder klein sein mag

Ich werde nicht weitermachen und auf den nächsten Einschlag warten oder so tun als ob nichts geschehen wäre. Wenn ich all das schaffe und die Schönheit des Lebens sehen kann, dann können das andere auch. Wenn es keine Menschen gäbe die einen Suizid begehen, dann gäbe es auch keine Menschen, die den Rest ihres Lebens darunter leiden.

 

Warum mache ich also Footpath of Life? Weil es Menschen gibt die Hilfe brauchen, die ein Licht benötigen und weil es Menschen gibt, für die nie wieder etwas so sein wird wie es mal war. Ich kann Jürgen nicht zurückholen. Ich kann auch keine Wunder vollbringen. Ihr mögt auch denken, dass ich ein Niemand bin und sowieso nichts erreichen werde. Aber ich kann mit dem was ich tue ein Zeichen setzen und vielleicht rettet es auch irgendwann mal einen, wie auch immer. Das wage ich fast nicht zu hoffen – aber mit „the party will go on“ hat sich noch nie im Leben irgendetwas verändert. Ich will es wenigstens versuchen, weil ich es für meine persönliche Pflicht halte Freunden beizustehen, wenn es ihnen dreckig geht. Weil es nicht Pflicht ist, sondern weil ich es immer schon von Herzen kommend gemacht habe, weil Freundschaft für mich auch Liebe ist. Weil auch ein Fremder es verdient hat eine Hand gereicht zu bekommen, wenn ansonsten vielleicht niemand da ist.

 

Ich bin nur ich

Ich bin kein Held, ich bin nichts Besonderes, für manche bin ich nur jemand der nervt und manche lesen schon gar nicht mehr was ich schreibe und sie interessiert auch nicht ob ich lebe, glücklich bin oder sterbe, ob ich voran komme der scheitere. Ihr seid nicht das Maß der Dinge und ich bin es auch nicht. Ihr habt nicht erlebt was ich erlebt habe und diejenigen, die diese Erfahrung gemacht haben können meinen Schmerz nachvollziehen, wenn sie es wollen. Vielleicht werde ich scheitern, vielleicht werde ich irgendwo im Wald verrecken, vielleicht wird niemand Notiz davon nehmen was ich eigentlich mache, vielleicht findet ihr jeden meiner Gedanken beschissen, vielleicht fühlt niemand was ich fühle aber ganz sicher, bin ich „ich“ und damit kann ich leben und noch besser sterben. Ob heute oder morgen ist mir egal.

 

Warum mache ich es:

Weil Du nicht in der Lage bist über Deinen Freund, Deine Ehefrau, Deinen Bruder, Deine Schwester oder Deinen Vater zu sprechen ohne in Tränen auszubrechen und weil niemand von uns im Grunde seines Herzens sein Leben wegwerfen möchte und kaum jemand von uns weiß, zu was er alles im Stande ist, wenn man ihn lässt und wie toll am Ende doch noch alles werden kann. Weil mit der FootpathofLife-Idee das Gefühl geliefert wurde: das ist Deine Aufgabe . Weil mittlerweile 13 000 Follower und 26 Menschen in 10 Ländern mich glauben lassen: Es macht schon alles seinen Sinn – nicht für jeden – aber für diejenigen, die sich vorstellen können, was ich fühle und für diejenigen die mir Recht geben, wenn ich sage: Das das Leben lebenswert ist, auch wenn es gerade düster ausschaut. Deshalb mache ich Footpath of Life

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